Thesenpapier

Wirtschaftswandel statt Kosmetik

Wirtschaftswandel statt Kosmetik

9 Thesen für eine Wirtschaft, die dem Menschen dient

Rasmus Andresen, stellv. FraVo Schleswig-Holstein;Michael Bloss, Sprecher des Dachverbands der europäischen
Grünen Jugenden; Claudia Dalbert, Fraktionsvorsitzende Sachsen-Anhalt; Werner Graf, GA
Friedrichshain-Kreuzberg; Clara Herrmann, MdA Sprecherin für Haushaltspolitik und stellvertretende
Sprecherin der BAG Wirtschaft und Finanzen; Theresa Kalmer, Sprecherin der Grünen Jugend; Ska Keller,
Stellv. FraVo Grüne im EP; Georg Kössler, Sprecher der BAG Energie; Frederik Landshöft, Sprecher
der BAG Globale Entwicklung; Sven Lehmann, Landesvorsitzender NRW; Erik Marquardt, Sprecher der
Grüne Jugend; Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung; Daniel Wesener, Landesvorsitzender
Berlin

Grüne Wirtschaftspolitik bietet eine Alternative zur konventionellen Wirtschaft und der überholten Art wie heute in unserer Gesellschaft produziert und gehandelt wird. Siemacht denMenschen und Unternehmen ein Angebot, die schon heute anderswirtschaften, die innovative Ideen endlich zur Marktreife bringen wollen, die als Selbstständige zu wenig Absicherung haben oder die als kleine und mittelständische WettbewerberInnen heute einer unfairen Konkurrenz gegenüber den Mächtigen des Marktes ausgesetzt sind.
Wir wollen eineWirtschaftsordnung, die demMenschen dient, egal ob sie/er in Europa oder anderswo lebt und die Schlussmachtmit der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Wir gehen in die Auseinandersetzung mit AkteurInnen aus der Agrar-, der Pharma-, der Waffen-, oder der Textilindustrie, deren Wirtschaftsmodell soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit beschleunigt, das Monopole und Machtkonzentration erzeugt, das begrenzte Ressourcen und Klimaschutz zunichtemacht. Und wir stellen uns auf die Seite derjenigen in derWirtschaft, die für eine gerechte und ökologische Welt kämpfen. Grüne Wirtschaftspolitik ist Teil eines ganzheitlichen Politikentwurfes mit dem Ziel der sozial-ökologischen Transformation.
Das vielfache Versagen der oft beschworenen Selbstregulierungskraft des Marktes etwa bei der Finanzkrise, beim Klimawandel oder dem Verlust der Biodiversität zeigen, dass es kein Weiter-So mit leichter Retusche geben kann. Für Grüne ist es schlicht nicht akzeptabel, wenn Frauen in Bangladesch unter katastrophalen Bedingungen 80 Stunden die Woche für unsere T-Shirts schuften; oder wenn Sport-Großveranstaltungen, die inzwischen zu Mega-Events der globalen Vermarktungsindustrie geworden sind, von Sklaven auf den Baustellen in Katar vorbereitet werden; oder wenn die Rohstoffe in unseren Handys, Computern und Autos massiv zum globalen CO2-Ausstoß beitragen und weltweite Konflikte befeuern. "Business as usual" ist keine Option.

Grüne Wirtschaftspolitik ist viel mehr als ein grün angestrichener Status quo. Wir müssen politisch zeigen, was Wirtschaft leisten soll und wie sie dafür umgebaut und dezentralisiert werden kann. Wir setzen auf kleine Einheiten statt Mega-Unternehmen.Wir richten unsere Politik nicht an dem aus, was die großen WirtschaftsplayerInnen wollen und wie wir mit ihnen möglichst reibungslos zusammen kommen, sondern an den Interessen der Menschen und der Umwelt. Konfrontation wird dabei oft unabdingbar sein, denn die Interessen einiger Konzerne und ihrer ManagerInnen widersprechen dem Grünen Anspruch an nachhaltiges Wirtschaften mitunter fundamental. Die KiKs und die Monsantos dieser Welt werden sich nicht freiwillig vom puren Profitstreben ab- und sozial-ökologischen Zielen zuwenden. Dafür sind die Anreizsysteme der Konzerne und ihrer ManagerInnen zu sehr auf Profitmaximierung und grenzenloses Wachstum ausgelegt. Deshalb setzen wir sowohl auf die Stärkung insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen, die schon heute einer anderen Logik folgen, als auch auf rechtliche Regelungen und Anreize. Das eine geht nicht ohne das andere, weil sonst die Unternehmen, denen die Umwelt und soziale Bedingungen egal sind, immer einen Wettbewerbsvorteil haben werden. Faire Regulierung schafft faire Wettbewerbsbedingungen.
Ziel grüner Politik ist nicht eine ökologisch angestrichene Industrie, sondern systemische Veränderungen, die ein ökologisch nachhaltiges, am Menschen ausgerichtetes Wirtschaften ermöglicht. Mit unserem Papier wollen wir Denkanstöße geben. Unsere Thesen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
sondern sollen die Diskussion unterstützen.

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Das gesamte Thesenpapier mit allen 9 Thesen ist unten auf dieser Seite als Dokument zum Download oder unter diesem Link zu finden.