Schriftliche Anfrage

Divestment in Berlin – wie viel verliert Berlin an die Kohle?

Schriftliche Anfrage

der Abgeordneten Bola Olalowo und Clara Herrmann (GRÜNE)

vom 02. Oktober 2015 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 05. Oktober 2015) und Antwort

Divestment in Berlin – wie viel verliert Berlin an die Kohle?

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Schriftliche Anfrage wie folgt:

Laut der Beantwortung der Schriftlichen Anfrage 17/15443 verfügt Berlin zum Stand 31. Dezember 2014 über eine Versorgungsrücklage i.H.v. rd. 666,2 Mio. €. Davon entfielen rd. 64,2 Mio. € auf das Aktiensegment und wurden in voll replizierende börsengehandelte Indexfonds investiert, die den DAX30 bzw. den EURO- STOXX50 nachbilden.

1. Zu welchem Anteil beinhaltet dieses Investment Wertpapiere der Unternehmen BASF, ENI, E.ON, GDF Suez – inzwischen Engie, Repsol YPF, RWE und Total sowie ggf. Unternehmen des fossilen Sektors (Öl-, Gas- und Kohleunternehmen)?

2. Wie ha tsich der anteilige Wert der Anlageindiese Unternehmen seit 01.01.2010 zum Stichtag 31.08.2015 vermindert? Falls diese Zahlen nicht vorliegen, hilfsweise Vergleich der Entwicklung anhand der Bilanz- bzw. Geschäftsberichtstichtage 2010 bis 2015. Wie hat sich im selben Zeitraum der Wert des restlichen Aktieninvestments entwickelt?

Zu 1. und 2.: Zum 31.08.2015 wurde im Rahmen der Versorgungsrücklage im Aktienbereich in folgende Exchange Traded Funds (ETF’s) investiert: 

Nach Auskunft der Fondsanbieter waren die o. g. Un- ternehmen mit Stand 31.08.2015 in den jeweiligen ETF’s mit folgenden Anteilen gewichtet: 

Am 01.01.2010 wurde im Rahmen der Versorgungsrücklage im Aktiensegment nur in die beiden den EURO STOXX 50 replizierenden ETF’s investiert. 

Die betreffenden Unternehmen waren im Januar 2010 in den jeweiligen ETF’s wie folgt gewichtet:

 

Der anteilige Wert der betreffenden Unternehmen in beiden den EURO STOXX 50 replizierenden ETF’s hat sich also im Zeitraum von Januar 2010 bis August 2015 um rd. 7 Prozentpunkte zugunsten anderer Sektoren verringert.

3. Wie bewertet der Senatan gesichts dieser Entwicklung die Anlage der Versorgungsrücklage des Landes Berlin in Anteile dieser und ggf. weiterer Unternehmen des fossilen Sektors?

Zu 3.: Die im Portfolio der Versorgungsrücklage gegenwärtig enthaltenen ETF’s weisen eine niedrige Gebührenstruktur auf und sind damit ein geeignetes Instrument für ein diversifiziertes, langfristiges und kostengünstiges Portfolio.

Trotz des Rückgangs des anteiligen Wertes der betreffenden Unternehmen in den ETF’s prüft die Senatsverwaltung für Finanzen Möglichkeiten, ob und inwieweit Aspekte der Nachhaltigkeit im Aktiensegment verstärkte Berücksichtigung finden können.

Berlin, den 12. Oktober 2015

In Vertretung

Dr. Margaretha Sudhof
Senatsverwaltung für Finanzen

(Eingang beim Abgeordnetenhaus am 16. Okt. 2015)