taz: Berlin durchbricht die CO2-Mauer

Foto full: 

Man muss schon an bipolaren Wahrnehmungsstörungen leiden, um nicht zu erkennen, dass Investitionen in dreckige Kohle-Unternehmen und Ausgaben für den Klimaschutz einen Zusammenhang herstellen. Das hat jetzt auch das Land Berlin verstanden. Es zieht seine Investitionen aus Kohle-, Öl, und Gas-Unternehmen ab und verpflichtet sich dem sogenannten „Divestment“. Das bedeutet, dass nicht investiert wird (siehe Kasten). Nicht nur für die CO2-Bilanz, auch für die Finanzen Berlins könnte das eine clevere Entscheidung gewesen sein. Damit die Stadt, wie es der Senat vorsieht, in 34 Jahren klimaneutral ist, muss allerdings noch mehr passieren.

(...)

Klar sei aber, dass Unternehmen des fossilen Brennstoffsektors wie Eon, RWE, Total und Basf, von dem Investitionsstopp betroffen seien, sagt Clara Herrmann, die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen, die den Antrag mit erarbeitet hatte. Insgesamt 10,5 Millionen Euro investiert das Land in Unternehmen wie diese – rund 1,34 Million Euro sind davon laut Finanzverwaltung in Eon und 0,44 Million Euro in RWE angelegt. Keine riesigen Summen – weder für den öffentlichen Haushalt noch für die Energiekonzerne. Trotzdem sei es ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sagt Herrmann. Damit Berlin klimaneutral wird, müsse allerdings noch mehr passieren.

(...)

Für Berlin ist der Investitionsstopp „nicht nur gut fürs Klima sondern auch für den Haushalt“, sagt Herrmann von den Grünen und verweist auf das finanzielle Risiko der Kohle-Geschäfte und jüngste Rekordverluste von Energieriesen wie RWE. „Wissenschaftliche Studien beweisen, dass sich nachhaltige Geldanlagen positiv auf die Rendite auswirken“ sagt auch Claudia Tober, Geschäftsführerin des Forums für Nachhaltige Geldanlagen. „Wir sehen hier eine Breitenwirkung, die von der Bundeshauptstadt ausgehen kann“, so Tober. Das Forum begrüßt die Entscheidung des Abgeordnetenhauses: Dass Berlin sein Geld umschichte, habe Leuchtturmcharakter.

Den Gesamten Artikel finden Sie hier.

 

Dokumente