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vom 31.03. 2011

Meine Rede zu Cybermobbing von Jugendlichen in Berlin

Die Rede können Sie sich auch unter diesem Link ansehen.

Das Plenarprotokoll finden Sie Hier.

Frau Präsidentin, Sehr geehrte Damen und Herren,

"J. ist die die grösste Schlampe der Schule. T. ist eine schwule Sau. Die Mädchen der 10b sind alle potthässlich". Diese Beiträge, die ehrlich gesagt noch zu den harmloseren gehören, finden sich in vielen Berliner Schulklos an den Türen und Wänden und in der heutigen Zeit vermehrt im Internet.

Mobbing ist Mobbing, ob Online oder Offline. Cybermobbing ist kein Kavaliersdelikt.

Auch im Internet sind Verleumdungen oder Beleidigungen schlicht Straftaten, die konsequent verfolgt und bekämpft werden müssen. Das Gefährliche oder Besondere an Cybermobbing ist, dass es nicht an der Schulklotür aufhört. Es verfolgt die Opfer überall hin. Mittels Internet oder per Handy. Die Anonymität der Täter, es könnte die beste Freundin, der beste Freund sein, macht den Opfern noch mehr Angst. Einmal gepostete beiträge Fotos oder Videos verbreiten sich im Internet unkontrollierbar schnell und können die Opfer jederzeit an jeden Ort erneut in der Öffentlichkeit verfolgen. Und man kann sich kaum wehren. Den Filzstift zum überschreiben gibt es im Internet nicht. Dies alles erhöht die psychische Belastung ins Unerträgliche. Die Opfer leiden oft Jahrelang.

Erschreckend ist das 25 % der Jugend angibt, dass das Internet dazu eingesetzt wurde Jemanden fertigzumachen. Und was mich ärgert, nach den aktuellen und schrecklichen Ereignissen die es in die Presse geschafft haben tut inbesondere der Zuständige Senator Zöllner so als sei das Phänomen ganz Plötzlich vom Himmel gefallen. Mitnichten! Cybermobbing gibt es nicht erst seit Gestern, nur haben Sie Herr Zöllner es bisher ignoriert. In meiner Anfrage vom November 2009 Antwortet mir Ihre Staatssekretärin. Ich zitiere: "Es sei kein Trend bei der Verbreitung von Straftaten duch Kinder und Jugendliche zu "Happy Slapping" oder Cybermobbing erkennbar". Und daher müssen Sie ja wohl dann auch nichts ernsthaftes unternehmen. Scheint ja ihre Antwort zu sein. Und jetzt 1 ½ Jahre später rennt der Senator panisch rum, spricht von einem ganz neuen Phänomen und beruft hektisch Kriesenrunden ein. Und derweil verschicken Sie, Frau Tesch, Pressemitteilungen mit der Überschrift:

"Opposition nutzt Cybermobbing für Wahlkampfgetöse – Berlin vorbildlich bei Medienkompetenztraining" .

Dazu kann man nur sagen : Herzlich Willkommen im "Sozialdemokratischen-Berliner-Affenzirkus"

Aber auch an Herrn Steuer Sie haben vorhin in der Begründung gesagt das Internet sei böse oder per sé etwas Schlechtes, das stimmt so nicht! Und ich glaube die Gesellschaft muss sich darauf vorbereiten, dass es im Internet, das Weltweit fungiert, eben auch Inhalte gibt die uns nicht passen oder sogar auch nicht mit unsereren Gesetzen in Einklang stehen. Aber genau deshalb brauchen wir dringend mehr Medienbildung für alle. Für Lehrkräfte, für Eltern, für Kinder und für Jugendliche.

 

In Brandenburg gibt es seit langem Medienberater. In Berlin fehlanzeige. In Rheinland-Pfalz übernehmen Schülerinnen als Medienscouts selbst Verantwortung. In Berlin Fehlaanzeige.

In Frankfurt am Main hat ein Schulleiter bereits vor Wochen, als er von den Internetmobbingbeiträgen erfahren hat, die Problematik Cybermobbing in allen Klassen und mit allen Lehrkräften und Schülerinnen thematisiert. Warum werden diese Positivbeispiele nicht durch die Senatsverwaltung an Berliner Schulen weiter getragen. Für Lehrkräfte gibt es kaum Weiterbildungsangebote in Sachen Medienkompetenz. Der Umgang mit den "Neuen Medien" gehört endlich in den Schulunterricht. Die Jugendlichen müssen wissen, dasss das Internet eben kein rechtsfreier Raum und Cybermobbing eine Straftat ist. Sie müssen wissen, dass man im Internet nicht leichtfertig alle Daten über sich preisgibt und dabei Spuren hinterlässt wenn man sich im Internet bewegt. Jetzt wird es 1500 sogeannte Mobbingkoffer geben. Aber wir brauchen nicht mehr Lehrmaterial, sondern wir brauchen die Menschen die mit diesem Material auch umgehen können und wenn die Schulen dabei Hilfe von externen Fachleuten brauchen, dann sollten sie diese bekommen. Wir wollten unabhängige Ombudsstellen für Schulkonflikte schaffen an die sich beispielsweise Opfer von Mobbing, egal ob Schülerinnen oder Lehrerinnen, wenden können, dass wurde von Rot-Rot abgelehnt. Wir sind mit diesen Vorschlägen nicht alleine, auch der Datenschutzbeauftragte erinnerte daran, dass Aufklärungs – und Medienkompetenzangebote des Senats nicht ausreichend sind der wichtigste Schutz ist ein von gegenseitiger Wertschätzung geprägtes Schulklima. Es darf nicht weiterhin weggeschaut werden, wenn gedemütigt oder gemobbt wird auch daher begrüßen wir die Initiative, begrüßen wir die Eigeninitiative von Schülerinnen und Schülern, die Plattform mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Sie stellen massenhaft bedeutungslose oder witzige Themenbeiträge ein so überfluten Sie Seiten und so bleibt kein Platz mehr für Lästereien.

Fazit der heutigen Debatte : Der zuständige Senator lebt in Sachen Medienkompetenz seit Jahren hinterm Mond und es bleibt zu hoffen, dass Sie Herr Zöllner auch wenn das Thema nicht mehr dauerhaft im Focus der Presseöffentlichkeit ist, Cybermobbing weiter enstnehmen und Sie bei der Umsetzung in Sachen Medienkompetenz nicht die gleiche Unfähigkeit an den Tag legen wie bei dem Bildungspaket. Danke.